Märchenvorschlag Nr. 23/2001

Der kleine Teddybär

Es war einmal eine Frau, die überhaupt nicht wusste, was sie ihrer Tochter aus dem Urlaub mitbringen sollte. Sie schaute überall in jedem Spielzeugladen nach. Eines Tages kam sie in einem Supermarkt an einem Regal vorbei, auf dem der süßeste Teddybär lag, den sie je gesehen hatte. Er würde ihrer Tochter sicher gefallen. Sie kaufte ihn und nahm ihm mit in ihr Hotel. Zwei Tage später musste die Frau wieder abreisen. Sie flog sechs Stunden und fuhr vom Flughafen aus mit dem Taxi nach Hause.

Als sie dort ankam, rannte ihre Tochter Melanie aus dem Haus und fiel ihr in die Arme. "Mama, Mama, ich bin so froh, dass du wieder da bist! Oma war mit mir im Schwimmbad und zweimal im Kino!" Sie gingen erst einmal ins Haus und Melanie half ihrer Mutter beim Auspacken. "Ah, Melanie, da fällt mir ein, dass ich dir ja etwas mitgebracht habe!", sagte die Frau und holte ein kleines Tütchen aus ihrem Koffer. Melanie machte die Tüte auf und holte den Teddy heraus. Sie war ganz schön beleidigt und schrie: "Mama, du warst eine Woche in Amerika und hast nichts Besseres gefunden als einen Teddybären dem sogar schon ein Ohr fehlt!" Melanie rannte aus dem Wohnzimmer und schlug die Tür knallend hinter sich zu. In ihrem Zimmer warf sie das Stofftier in die Ecke.

Doch was war das? Hörte sie nicht gerade ein: "Au!"? Sie hob den Teddy auf und musterte ihn genau. "Warum hast du mich in die Ecke geworfen?", sprach der Teddybär. Melanie trat erschrocken einen Schritt zurück. "Du ... du ... du kannst ja reden!" "Ja, das kann ich antwortete der Teddy.

Auf einmal kam die Mutter herein und der Bär erstarrte wieder. Die Mutter sprach: "Es tut mir Leid, aber ich habe einfach nicht gewusst, was ich dir mitbringen sollte." "Nein, nein, Mama, so blöd ist er gar nicht!", versicherte ihr das Mädchen. "Das freut mich sehr, Melanie." Mit einem erleichterten Seufzer ging die Mutter aus dem Zimmer.

Melanie unterhielt sich noch bis spät in die Nacht mit dem Teddy, denn sie verstanden sich richtig gut und wurden die besten Freunde. Sie konnten sich, wenn einer von ihnen ein Problem hatte, oder traurig war, auch immer alles erzählen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

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