Märchenvorschlag Nr. 19/2001
Die drei AufgabenEs war einmal vor vielen Jahren, da lebte ein junger Prinz, der war alt genug zu heiraten, aber er fand keine hübsche Frau. Der König fragte, was los sei. Der Prinz antwortete: "Ich weiss nicht, welche Prinzessin ich heiraten soll." "Zieh in die weite Welt hinein, dann wirst du schon eine finden", erwiderte der König. Der Prinz suchte seine Sachen zusammen und zog in die weite, weite Welt. Nicht lange, da sah er das Schloss vom Nachbarland. Es war schon spät am Abend und das Tor schimmerte im Mondlicht. Die Torwächter fragten, was er hier mache. Er sagte, er sei der Prinz vom Nachbarland und er bitte um Gastfreundschaft. "Warum seid ihr nicht auf eurem Schloss?" fragten sie. "Ich suche eine Frau." "Dann seid ihr genau richtig. Hier wartet eine Prinzessin auf einen Prinzen, aber der Prinz, der sie heiraten will, muss drei Aufgaben lösen." Mit diesen Worten schlossen sie das Tor auf, und mit schnellen Schritten ging der Prinz die Stufen zum Schloss hinauf. Es war alles so, wie die Torwächter es gesagt hatten. Sie gaben ihm eine Kammer, wo er übernachten konnte. Die drei Aufgaben, die der König befohlen hatte, lauteten so: l. Er muss den schönsten Blumenstrauß von der ganzen Welt finden. 2. Er muss den gleichen Ring suchen, wie ihn der König bereits hatte. 3. Er soll einen Eichenzweig von 2.15cm lang im Wald suchen. Am nächsten Tag ging der Prinz in Wald, um nach dem Strauß zu suchen. Plötzlich sah er ein Eichhörnchen auf den Weg springen. Es fragte, was er habe. Darauf antwortete er: "Ich muss den schönsten Strauß von der Welt pflücken und ich finde keine schönen Blumen." Das Eichhörnchen sagte: "Gleich da vom sind die schönsten Blumen." Der Prinz ging auf die Blumenwiese und pflückte einen wunderschönen Strauß. Als er beim König ankam, staunte er nicht schlecht, weil es noch keiner geschafft hatte, den Strauß zu pflücken.Die erste Prüfung war bestanden! Gleich am nächsten Morgen gab der König dem Prinzen den Ring und dachte im Stillen: "Das wird er nie schaffen." Der Prinz ging betrübt in die Stadt um einen Goldschmied aufzusuchen. Aber er fand keinen. Da kam das Eichhörnchen und fragte wieder, was los sei und er antwortete:,. Ich brauche den gleichen Ring, wie ich ihn hier in der Hand habe. Das Eichhörnchen sagte wieder:,. Da vom ist ein Goldschmied, der macht dir das." Der Prinz lief sofort zum Händler und ließ den Ring machen. Als er zum König kam, bewunderte er ihn wieder und dachte, die dritte Aufgaben schafft er bestimmt nicht. Die zweite Prüfung war bestanden. Am Tag darauf, als die Sonne noch nicht ganz aufgegangen war, ging der Prinz wieder in den Wald, um den Eichenzweig zu suchen. Er sah betrübt aus und dachte, er würde es nie schaffen. Da kam das Eichhörnchen und es geschah so, wie die anderen Male auch. Der Prinz suchte den Eichenzweig, fand ihn und ging damit zum König. Der König staunte, denn die Hochzeit sollte schon am nächsten Tag sein. Den schönen Strauß bekam die Braut und die Ringe waren die Eheringe. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. |
![]() |
![]() |
![]() |