Der Rabe IsabellEs waren einmal ein König und eine Königin, die hatten ein einziges Kind: die Prinzessin Isabell. Eines Tages ging Isabell im Wald spazieren. Sie spielte mit den Tieren und vergaß total die Zeit. Als sie aufblickte, war es schon fast dunkel. In ihrer Eile verlief sie sich und kam an ein kleines Häuschen. Es war ein Hexenhaus. Dort lebte eine ganz böse Hexe. Das wusste die Prinzessin aber nicht. Sie klopfte an und heraus kam die Hexe. Die Prinzessin fragte die Hexe, ob sie bei ihr übernachten könne. Die Hexe stellte sich lieb und sagte: "Natürlich kannst du das und du bekommst auch ein Mahl, ein kleines zwar, aber ein sättigendes." Isabell dankte ihr vielmals und setzte sich an den Tisch. Die Hexe kam mit einer Suppe. Isabell aß und fühlte sich sofort satt und müde. Sie fragte die Hexe: "Darf ich schlafen gehen? Ich bin so müde." Die Hexe antwortete: "Aber natürlich!" Isabell legte sich hin und schlief sofort ein. Als sie am nächsten Morgen erwachte, war sie ein Rabe. Sie hatte nämlich eine Zaubersuppe gegessen. Als sie schlief, hatte die Hexe Isabell aus dem Bett genommen und in einen Käfig gesteckt. Inzwischen herrschte im Schloss heilloser Aufruhr: Wo war Isabell? Ihre Eltern waren aber am traurigsten. An nächsten Morgen machten sie einen Spaziergang, um sich abzulenken. Da hörten sie plötzlich Hilferufe. Sie kamen zu einer Schlucht. Von unten ertönte das schwache "Hilfe" eines jungen Prinzen. Der König und die Königin ließen ein Seil herunter und retteten dadurch den Prinzen. Er war ganz geschwächt und hatte schrecklichen Durst. Er fragte: "Wie kann ich euch nur danken?" Die Königin sagte: "Wäre es zu viel verlangt, wenn ihr euch auf den Weg machen und unsere Tochter suchen würdet? Sie ist nämlich gestern im Wald spazieren gegangen und nicht wieder zurückgekehrt."Der Prinz antwortete: "Ja, aber erst muss ich mich erholen. Ich war nämlich drei Tage in dieser Schlucht". Der König und die Königin sagten wie aus einem Munde: "Ja, aber natürlich!", und alle mussten lachen. Dann halfen der König und die Königin ihm auf sein Pferd, das die ganze Zeit neben der Schlucht stand und auch ganz schwach aussah. Alle liefen und ritten schleunigst zum Schloss, wo der Prinz erst ein gewaltiges Mahl bekam und dann in die Badewanne gesteckt wurde. Am nächsten Tag ritt der Prinz mit seinem Pferd - das sich nun auch wieder erholt hatte - in den Wald, der das Schloss umgab. Nach langem Reiten durch den Wald kam er in ein kleines Dorf. Dort sagte er: "Ich komme von dem Schloss dort oben." Er zeigte auf das Schloss. "Dort suchen sie alle die schöne Prinzessin Isabell." "Was sie ist weg? Die armen Eltern!", sagten alle Menschen im Dorf. Sie ist bestimmt von der Hexe im Wald gefangen worden. Dort sind schon viele Leute von uns in ihrer Gewalt. "Vielen Dank", sagte der Prinz und ritt in den Wald, um nach einem Haus Ausschau zu halten. Nach langem Reiten sah er endlich das Haus. Er ritt schneller, um anzukommen. Als er an der Türe angekommen war, klopfte er und behauptete: "Ich habe die Prinzessin befreit." Wutentbrannt lief die Hexe zu einer Felsenwand. Dabei achtete sie nicht mehr auf den Prinzen. Der versteckte sich hinter einem Baum und sah zu, wie die Hexe mit einem ihrer Finger über die Wand strich. Es öffnete sich eine Höhle und er sah hunderte von Raben. Er rannte hinüber zur Hexe und stieß sie zu Boden. Ohnmächtig fiel sie nieder. Schnell befreite er alle Raben, die dankbar davonflogen. Nur einer blieb sitzen und er wusste sofort, dass es Isabell war. Die flog zutraulich auf seine Schulter und beide ritten zusammen in Richtung Schloss. Ihr müsst wissen, wenn die verzauberten Raben zu ihren Familien kommen, werden sie wieder Menschen. Das wusste Isabell und sie konnte es kaum erwarten, wieder nach Hause zu kommen. Sie ritten und ritten und endlich war es so weit. Kaum hatten sie die Schlossmauern durchquert, war Isabell zurückverwandelt. Das Königspaar begrüßte sie überschwänglich und dankte dem Prinzen von ganzem Herzen. Sie mussten alles erzählen und bald wurde Hochzeit gefeiert. |
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