Der Wundergarten

Vor sieben Jahren kam ich zu meinem Adoptivvater. Mein Vater war gestorben, als ich noch ganz klein war, meine Mutter bei meiner Geburt. Dann kam ich für drei Jahre ins Kinderheim. Als ich sechs war kam ich in die Schule. (Jetzt bin ich elf Jahre alt.) Dann zog ich mit meinem Vater auf ein Schloss. Dort hatten wir einen schönen Garten. Als ich zu einer Mauer kam, die im Garten stand, fragte ich meinen Vater: "Was ist hinter der Mauer?" Er antwortete: "Das weiß ich nicht. Mach dir keine Hoffnung. Sie ist zu hoch. Da kommst du nicht rüber." In einer warmen Sommernacht wachte ich auf. Jemand schrie. Ich stand auf und zog mich an, nahm meine Schuhe in die Hand und ging aus dem Schloss. Im Garten zog ich meine Schuhe an und folgte den Schreien. Sie führten zur Mauer. Ich ging in das Gartenhäuschen und holte die Leiter, ging zur Mauer zurück und kletterte über die Mauer. Ich sah einen Garten, der war sehr klein und außergewöhnlich. Es gab Blumen, die so klein waren, dass man sie kaum sehen konnte und Blumen, die nicht zu übersehen waren. Sie waren größer als die Mauer. Ich fragte mich, warum ich sie noch nie gesehen hatte. Ich ging einen schmalen Weg entlang, immer den Schreien nach. Sie wurden lauter und lauter. Um 3 Uhr kam ich an sieben Falltüren vorbei. Auf einem Schild stand: Willst du zu den Schreien, so gehe in die erste Falltür. Gehe in die zweite Falltür, wenn du müde bist. Einige von uns sind Fallen, in denen du sterben wirst, wenn du hinein gehst. Die anderen Falltüren rühren dahin, wo du hin willst. Ich nahm die Zweite, weil ich müde war. Dort standen drei Betten, ich legte mich in eins und schlief ein. Als ich aufwachte, war es zehn Uhr morgens. Ich ging hinaus und in die erste Falltür. Dort gab es zwei Gänge. Also nahm ich den rechten und kam nach einer viertel Stunde an eine Kreuzung. Ich ging geradeaus weiter und kam endlich an eine Tür, die ich öffnete. Hinter der Tür verbarg sich ein kleiner Raum, in dem es ein paar Heuballen als Bett gab. Darauf saß eine wunderschöne Frau, die ungefähr um die vierzig Jahre alt war. Ich fragte; "Hast du so geschrien?" "Ja, weil ich wütend bin. Alle denken, ich bin seit sechs Jahren tot, doch in Wahrheit bin ich seit sechs Jahren hier eingesperrt." "Ja, das kann ich verstehen, meine Mutter starb vor sechs Jahren: ich hätte gerne eine Mutter gehabt." Ich fing an zu weinen, doch da nahm mich die Frau in die Arme und sagte:

" Weine nicht! Deine Mutter ist nicht tot. Ich bin deine Mutter!" Als sie das sagte, stockte mir der Atem. Ich hatte meine Mutter gefunden. Ich rief: "Juchhu!", und fragte, " gehen wir jetzt nach Hause?" "Ja, und auf dem Weg erzähle ich dir meine Geschichte." Sie erzählte mir, dass sie von einer Hexe gefangen wurde und erst befreit werden konnte, wenn ich sie abhole. Das hatte ich geschafft!

Als wir zu Hause waren, stellte ich meine Mutter meinem Adoptivvater vor. Sie verliebten sich sofort und drei Wochen später heirateten sie.

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