Der tollpatschige PrinzEs war einmal ein fernes Königreich, dort lebte ein König mit drei Söhnen. Zwei liebte er sehr. Nur den einen verachtete man dort sehr stark. Er war nämlich ungeschickt. Täglich stellte er irgendwelche Dummheiten an. Er fiel häufig die Treppe herunter und im Speisesaal stellte man ihm gleich drei Gläser hin, weil er mindestens zwei zerbrach. Er bekam gut zu Essen und zu Trinken, es ging ihm gut. Aber wenn er durch das Schloss spazierte, tat man so, als sei er nicht vorhanden. Eines Tages, als er schon 20 Jahre alt war, beschloss er aus Gram fort zu ziehen. Nach einem Tag der Wanderung kam er in einen dunklen Wald. Dort war es schwierig, vorwärts zu kommen. Plötzlich bewegte sich ein Stein. In seiner Ungeschicklichkeit fiel der Prinz gleich über einen Ast, der auf dem Boden lag. Da, unter dem Stein kroch eine dicke Kröte hervor. Sie fragte ihn: "Was schaut Ihr so trübe aus?" Der Angeredete antwortete matt: "Ach, ich bin nur so tollpatschig und ungeschickt." Die Kröte schaute sehr nachdenklich und sagte schließlich: "Hm, da lässt sich nachhelfen. Folgt mir nur." Sie sprang fort und der Prinz folgte ihr bis auf eine kleine Lichtung, wo die Kröte stehen blieb. Sie gab ihm die Anweisung, dort zu warten, bis sie wieder komme. Sie kroch in ein Erdloch und der Prinz fiel, wahrscheinlich aus Verwunderung, gleich über seine eigenen Beine. Nach einiger Zeit kam die Kröte wieder heraus, eine Flasche vor sich her schiebend. Sie sprach zu ihm: "Hier, das ist ein Gebräu, das dir Geschicklichkeit verleiht. Du musst es regelmäßig zu dir nehmen. Ein Schluck reicht für eine Woche. Falls es ausgehen sollte, komm wieder zu mir." Er dankte ausgiebig und zog weiter bis an das Ende des Waldes. Hier stand eine fremde Burg. Dort bat er darum, als Diener arbeiten zu dürfen. Er wurde, wie man sich denken kann, eingestellt. Er erwies mit seiner Geschicklichkeit dem König große Dienste. Eines Tages bat die Prinzessin den König, dass sie den geschickten Diener heiraten dürfe. Der König willigte ein. So lebten sie einige Jahre glücklich miteinander. Doch eines Tages ging die Flasche mit dem Geschicklichkeitsgebräu zu Ende. Also musste er wieder in den Wald. Er hatte erfahren, dass der Wald der Zauberwald von Grunda war. Das machte ihm große Sorgen. Dort lebten die seltsamsten Gestalten, unter ihnen auch Trolle und Gnome. Gegen die musste er wohl kämpfen. Er musste sich beeilen, denn in seiner Tollpatschigkeit hätte er dies nie und nimmer geschafft. Aber er wollte nicht, dass der ganze Schlosshof erführ, dass er nur durch den Trank so geschickt geworden war. So dachte er sich die Ausrede aus, dass er zur Jagd ausreiten würde. Er machte sich also auf den Weg in den Wald, natürlich nicht unbewaffnet. Erst lief es wie geschmiert, doch dann bemerkte er Trollstimmen. "Oh, Gruno, da vorne ist ein Mensch. Ich bekomme schon langsam Hunger." Den Prinzen packte die Angst. Er trieb sein Pferd an und ritt mit einer rasenden Geschwindigkeit in den Wald hinein, hinter ihm die Trolle. Aber da sie zu Fuß waren, holten sie ihn nicht ein. Er schaute sich um und sah, dass er die Trolle abgehängt hatte. Plötzlich erblickte er eine Lichtung. Er ritt hin und beim näheren Betrachten stellte sich heraus, dass es die mit dem Erdloch war. Er rief: "Kröte, ich bin's, der ungeschickte Prinz!" Sie kam, wieder eine Flasche vor sich herschiebend, heraus und gab sie ihm. Er bedankte sich und ritt fort. Er begegnete wieder den beiden Trollen, die sich aber so ärgerten, dass sie ihn gar nicht bemerkten. Er wollte nie wieder nach Hause zu seinem Vater und als er zurück ins Schloss kam, sagte er zu der Prinzessin: "Ich habe leider kein Wild erlegen können", und lachte in sich hinein. |
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