Das Glück des BauernsohnesEs war einmal vor vielen, vielen Jahren, da machte sich ein junger Bauernsohn auf den Weg, um sein Glück zu versuchen. Nach drei Jahren kam er an eine alte Burg. Als er das Eichentor öffnete, kam ihm eine Eule entgegen geflogen. Sie sprach: "Helft dem König Mistrin. Er ist vom bösen Zauberer Kariso gefangen genommen worden." Am nächsten Tag machte er sich auf den Weg. Dabei zeigte die Eule ihm, vorne weg fliegend, den gefährlichen Weg durch die unseligen Hügel. Es war bekannt, dass dort schon über die Jahrhunderte viele Menschen verloren gegangen waren. Unsichtbar wie er war, gelangte der Jüngling an den Wachen vorbei in den Innenhof der Burg. Dort lauschte er einem Gespräch, aus dem er den Aufenthaltsort des Königs erfuhr. Ein Schreck durchfuhr ihn. Der edle König saß im tiefsten, schmutzigsten Kerker der Burg. Weil er ja unsichtbar war, schaffte er es aber ohne Weiteres den Schlüssel des Wärters in die Hände zu bekommen. Kein Klimpern des Schlüssels verriet ihn, als er den Kerker des Königs aufschloss. Schnell streifte er seinen Ring vom Finger und flüsterte: "Rasch folge mir, wir haben nur Wenigkeit aus Zeit aus der Burg zu fliehen!" Der Bauernsohn fasste die Hand des Königs, der dadurch augenblicklich auch unsichtbar wurde. So gelangten sie glücklich aus der Burg des Zauberers hinaus und erreichten den Waldrand, wo die Eule auf sie wartete. Der König dankte ihm und sprach: "Zum Dank sollst du meine jüngste Tochter Marianne zur Frau haben." Und schon bald darauf feierten die Beiden eine prächtige Hochzeit. Und wenn sie nicht gestorben sind, sind sie auch heute noch die Einzigen, die vom Ring und dem Glück des Bauernsohnes wissen. |
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