Märchenvorschlag Nr. 3/2001
von Suzan (9 Jahre)

Die drei zauberhaften Meerschweinchen

Es war einmal eine König, der lebte mit seiner Königin in einem wunderschönen Schloss. Sie bekamen drei Kinder: zuerst Zwillinge, zwei Jungen, eine Woche später ein Mädchen.

Die Söhne vom König ärgerten das Mädchen. Jedes Mal, wenn sie sie ärgerten, lief das Mädchen weg. Dann, als alle 7 Jahre alt geworden waren, bekamen die beiden Jungen und das Mädchen drei Meerschweinchen. Der König sagte aber: "Das sind keine normalen Meerschweinchen. Es sind Zaubermeerschweinchen. Ich habe sie dem Hofzauberer abgekauft. Er sagte mir, wenn man nett zu ihnen ist und sie mag, dann kann man sich etwas wünschen. Wenn man sie dagegen nicht mag, würden sie nicht lange leben. Leider gibt es sie nur im Wald von – ich wage es kaum auszusprechen – Tralülala."
Jeder in diesem Land wusste, dass Tralülala der größte Zauberer war, den sie kannten. Alle hatten Angst, dass Tralülala sie verzaubern könnte.

Jahr um Jahr verging. Gretel, das Mädchen, ging immer ganz lieb mit dem Meerschweinchen um. Aber sie dachte: "Bestimmt hat Vater nur Spaß gemacht." Und als sie irgendwann weg lief, weil ihre Brüder Hans und Heinrich sie abermals ärgerten, lief sie zu ihrem Meerschweinchen. Erstaunlicherweise sprach es: "Es wäre mir recht, wenn du dir etwas wünschen würdest. Du magst mich sehr und dadurch kann ich länger leben. Meinen Geschwistern geht es nicht gut, deine Brüder behandeln sie wie Spielzeug. Du aber bist nett zu mir."
"Es tut mir Leid, dass ich geglaubt habe, Vater hätte nur Spaß gemacht. Ich dachte, Zaubertiere gibt es nur im Märchen. Kannst du mir alle Wünsche erfüllen? Muss man es sich bei Vollmond wünschen? Wenn ja, warum? Und warum hast du es mir nicht früher gesagt?"
Sie überhäufte das Meerschweinchen mit Fragen. "Ja. Nein. Ich dachte..."
"Halt, halt! Noch einmal, aber langsamer", bat Gretel.
"Also ich kann dir jeden Wunsch erfüllen. Man muss es sich aber nicht bei Vollmond wünschen. Ich dachte, du würdest selbst darauf kommen."

Sie schwiegen.
"Weißt du, Hans und Heinrich ärgern mich immer und ich wünsche mir, dass der Spieß einmal umgedreht wird. Verstehst du?", erklärte Gretel und das Meerschweinchen nickte verständnisvoll.

Dieser Wunsch war für das Meerschweinchen ziemlich einfach, denn es ging um Gerechtigkeit. Kurz darauf starben die Meerschweinchen von Hans und Heinrich, weil sie so gemein mit ihnen umgegangen waren. Beide litten währenddessen, weil sie genauso geärgert wurden wie Gretel, nicht mehr und nicht weniger.

Heinrich erwischte Gretel einmal, als sie mit dem Meerschweinchen über den Wunsch redete und er lief gleich zu Hans. Beide waren wütend auf Gretel und wollten es ihr heimzahlen. Sie beschlossen in den Wald von Tralülala zu gehen, packten ihre Sachen und gingen los. Aber glaubt nicht, dass alle die beiden ohne Weiteres an sich herüberziehen ließen. Jeder wollte sie aufhalten. So ging die Nachricht schnell herum und erreichte irgendwann auch den König. Der ließ sofort Diener zu sich kommen, die die beiden Jungen zum König bringen sollten. Nach zehn Minuten brachten sieben Diener Hans und Heinrich zurück zum Königshaus. "Was zum Teufel...au aua!" Der König hatte sich, wie immer, wenn er sich aufregte, mit der linken Hand auf die rechte gehauen. "Was zum Teufel", wiederholte er sich, "wollt ihr im Wald von Tralülala?" "Ein Meerschweinchen", antworteten Hans und Heinrich. "Aber ihr seid doch keine Diebe, die bestraft werden müssen", sprach der König, denn Gauner wurden zur Strafe in den Wald von Tralülala geschickt. Der König ließ sie gehen, aber bewaffnet: mit den neusten Laserpistolen, Kanonen mit einer unsichtbaren Laserpistole und noch viel mehr.

So gingen sie in den Wald. Schrecklicherweise kamen sie nie wieder zurück. Was aber keiner im Land wusste: in Wirklichkeit war Tralülala ein netter Zauberer, der nur Gesellschaft haben wollte und weil er den Eltern keinen Kummern bereiten wollte, schickte er ihnen einen Vergiss-Zauber.

Also vergaßen alle im Königreich Hans und Heinrich. So lebten Gretel, der König und die Königin glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

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