Sondermärchenwettbewerb 2001

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(nur für Grundschulen ausgeschrieben)

Die Autoren sind:
Schüler der Klasse 2A, Alter der Kinder 8 Jahre

Der Drache Dragan

Vor vielen, vielen Jahren als es auf der Erde noch Zauberer, Elfen und andere Fabelwesen gab, lebte dort auch ein kleiner Drache namens Dragan. Er wuchs zusammen mit seiner Schwester und seinen Eltern im schönen Moorwald auf und hatte keine Sorgen.

Als er eines Tages auf der blubbernden Moorwiese spielte, hörte er gar nicht so weit weg die Stimme eines kleinen Mädchens. Er flog in die Richtung, woher die Stimme kam und stand schließlich fasziniert vor einem etwa acht jährigen Menschenkind, das sich sogleich schreiend hinter einen Felsen flüchtete. "Willst Du mit mir spielen?" wankte Dragan vorsichtig näher. Die Kleine lugte ebenfalls vorsichtig hinter dem Felsen hervor. "Willst Du gar keine Feuer speien?" kam die Frage. Beschämt überlegte Dragan, ob er ihr sagen sollte, dass er in der Schule im Feuerspeien durchgefallen war, beschloss jedoch, dass das niemandem außer ihm und seiner Lehrerin etwas anginge. Behutsam näherte er sich dem Felsen und fragte: "Was bist Du denn für eine Sorte Drachen? So etwas habe ich noch nie gesehen. Wo sind denn Deine Flügel?" Ein leises Kichern kam hinter dem Felsen hervor. "Menschen haben doch keine Flügel!" Dadurch mutig geworden, kam das kleine Mädchen hervor und blickte mit ihren großen, grünen Augen den kleinen Drachen an. "Ich bin Anna und wohne da hinten im Dorf. Ich wollte nur ein paar Blumen für meine Mama pflücken, da sie heute Geburtstag hat. Wie heißt Du denn?" "Mein Name ist Dragan" warf dieser sich stolz in die Brust. "Ich heiße genauso wie mein Vorfahre, der damals den starken Ritter gefressen hat." Anna sah Dragan misstrauisch an. "Und du, hast du schon jemanden gefressen?" "Nein, mir schmecken die Beeren im Wald am besten, auch wenn man manchmal davon Bauchweg kriegt."

Nachdem Dragan und Anna feststellten, dass keiner für den anderen eine Gefahr war, unterhielten sie sich noch lange. Anna erzählte vom Dorf und den Menschen, die dort lebten. Und auch, dass sie dort mit ihren Eltern lebte. Dragan hörte ganz begeistert zu, stellte viele Fragen und so verging die Zeit wie im Flug. Da merkten sie, dass es schon langsam dunkel wurde. Jeder musste jetzt nach Hause. "Treffen wir uns morgen hier zum Spielen?" brüllte Dragan Anna noch hinterher. "Okay", schallte es durch die Dämmerung zurück.

Beim Abendessen erzählte Dragan seinen Eltern und seiner Schwester von dem Menschendrachen namens Anna . Die ganze Familie reagierte bestürzt. "Wie kannst Du nur mit einem Menschenkind spielen? Die Menschen haben jahrhundertelang uns Drachen gejagt und getötet", meinte der Drachenvater und verbot Dragan, weiter mit Anna zu spielen.

Am nächsten Tag schlich sich Dragan aus dem Haus und flog heimlich wieder zu der Wiese, um Anna zu treffen. Diesmal erzählte Dragan von seiner Wohnhöhle, der Drachenschule und sogar, daß er im Feuerspeien durchgefallen war. "Aber das nächste Mal schaffe ich es bestimmt", sagte er und versuchte dabei vorsichtig, einen knorrigen, alten Ast mit seinem linken Nasenloch anzuzünden. Die beiden verbrachten eine lustigen Tag miteinander, an dessen Ende sie sich als gute Freunde trennten. "Bis morgen", rief Anna ihm noch zu und wandte sich in Richtung Dorf. Dragan erhob sich auch in die Luft, um nach Hause zu fliegen, als er aus den Augenwinkeln sah, dass Anna - die ihm immer noch nachsah und daher nicht auf den Weg achtete - in den gefährlichen Teil des Moores ging und auch schon im Moorsumpf feststak. Gleich begann sie zu versinken. Dragan machte kehrt und flog zu ihr hin, doch die giftigen Dämpfe des Sumpfes hinderten ihn daran, über sie zu fliegen und sie so zu packen und herauszuziehen. Er landete gleich daneben und sah sich um, wie er vielleicht helfen könnte. In weiter Ferne hörte er bereits seine Eltern nach ihm rufen, und auch die Stimmen von Menschen drangen an sein Ohr. Er würde sicher Ärger kriegen, da er doch gegen das Verbot seines Vaters gehandelt hatte, und auch die Menschen, von denen ihm so viel Böses erzählt worden war, kamen näher. Doch seine neu gewonnene Freundin Anna war ihm wichtiger als alles andere. Er suchte sich einen starken Baumstumpf, der so nahe wie möglich am Sumpf stand und hielt sich daran fest. Dann streckte er sich so lange er konnte und versuchte, mit seinem langen Drachenschwanz Anna zu erreichen. Von Anna sah man mittlerweile nur mehr den Oberkörper und sie sank weiter. Dragan streckte sich mehr und mehr. "Gleich habe ich dich", Anna versuchte die Schwanzspitze zu erreichen und .... endlich konnte sie eine Drachenschuppe fassen und hielt sich daran so fest sie konnte. Jetzt musste Dragan ziehen, doch er merkte, daß Anna schwerer war, als sie aussah. Da hatten ihn auch schon die Menschen erreicht. Sogleich sah der große Mann, der allen voranlief und somit als Erster bei Dragan ankam, was hier vorging und fasste Dragan an den Händen und zog mit. Auch Dragans Vater war schon zur Stelle und fasste wiederum den großen Mann, der Annas Vater war, an den Schultern und zog auch. Mit vereinten Kräften schafften sie es schließlich. Anna landete schmutzig und erleichtert direkt vor Dragans Füßen . Dieser umarmte seine kleine Freundin, froh, sie nicht verloren zu haben. Währenddessen sahen sich Annas und Dragans Vater zuerst überrascht, dann belustigt an und schüttelten sich schließlich die Hände. Auch die anderen Menschen kamen vorsichtig näher und bedankten sich bei Dragan und seinem Vater für die Rettung. "Kommt doch mit in unser Dorf, wir feiern heute ein Fest" wurden Dragan und sein Familie, die die Einladung gerne annahmen, eingeladen. Und so wurde am Abend mächtig gefeiert und ein jahrhundertelanger Streit beigelegt. Die Menschen und Drachen fanden es schön, nicht mehr vor einander auf der Hut sein zu müssen. Noch Jahre später erzählte man sich die Geschichte von der kleinen Anna und Dragan, dem kleinen Drachen, die die Menschen und Drachen wieder vereint hatten.

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